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Über das Projekt „Der Interkulturelle Mädchentreff MiO“

MiO ist die Abkürzung für „Mädchen im Osten“.

Also ganz klar: es geht um einen Mädchentreff.

Und „Osten“ bezieht sich auf den Standort des MiO‘ s in der Konradstraße 64, die ja eine Parallelstraße zur Eisenbahnstraße ist und sich im Leipziger Osten befindet.

Im Oktober 2013 wurde das MiO, der Offene Interkulturelle Mädchentreff in der Konradstraße 64, eröffnet.

Das MiO ist eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Kulturen, ein Brücke, die ein Kennenlernen, ein Öffnen und ein Von-einander-Lernen ermöglicht.

Dass die Brücke manchmal schmal ist, liegt auch daran, dass es Menschen oft schwer fällt, sich mit neuen anderen Lebensweisen und Werten offen und ohne Vorurteile auseinanderzusetzen. Das betrifft alle Menschen – unabhängig vom Geschlecht, unabhängig vom Herkunftsland.

Interkulturelles Miteinander, integrative Teilhabe funktioniert nur im wechselseitigen Wollen.
Das versuchen die Nutzerinnen und die Teamerinnen im MiO gemeinsam zu leben.

Die Idee dieses interkulturellen Mädchentreffs wurde von vielen Menschen in dieser Stadt geteilt und wichtig gefunden wurde. Das war bereits vor der Eröffnung des MiOs zu erleben – denn es ist eine Tatsache: Ohne die Unterstützung und das ehrenamtliche Engagement vieler hätten wir das MiO im Oktober 2013 nicht eröffnet können.

Die gesamte Einrichtung vom Löffel bis zur Couch war innerhalb von drei Wochen gespendet; die Leipziger Wohnungsbaugesellschaft (LWB) unterstützt das Projekt durch einen symbolischen Mietzins.

Und natürlich genauso wichtig für dieses Projekt ist die Institutionelle Förderung der Frauenkultur durch das Kulturamt Leipzig.

Auf Grund der Personalsituation war am Anfang nur ein Tag geöffnet, später drei.

Seit Januar 2015 ist das MiO von Montag – Freitag, von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Genutzt wird der Ort von vielen Mädchen, von denen einige täglich, andere ab und zu kommen. Der Großteil der Mädchen ist muslimisch.

Ehrenamtliche Unterstützung war von Anfang an ein wichtiges Moment aller MiO-Aktivitäten:

  • Schülerinnen und Studentinnen, die bei den unterschiedlichsten Aktionen mit dabei sind
  • eine leidenschaftliche Lehrerin, die jetzt in Rente ist;
  • Frauen aus verschiedenen Sprachräumen, die dolmetschen
  • Vereinsfrauen, Praktikantinnen und Teamerinnen der Frauenkultur

… sie alle unterstützen bei Ausflügen, bei dem Straßenfest in der Konradstraße oder anderen Festen.

Das alles ist aus unserer Sicht ein Stück gelebte Integration… gewollte und wechselseitige Teilhabe am öffentlichen Leben – und für unser freiheitliches Gemeinwesen unverzichtbar!

O-Töne von den Mädchen:
Das MiO ist für mich….

  • Spaß
  • Familie
  • Freiheit
  • besser als zu Hause
  • ein Teil meines Lebens
  • ein schöner Platz mit lieben Leuten
  • Hoffnung
  • Hilfsbereitschaft
  • Hausaufgabenhilfe
  • unser zweites Zu Hause / meine zweite Wohnung
  • ein Ort, wo Wünsche verwirklicht werden
  • ein Ort … wo ich neue Leute kennen lernen kann
  • wo mir mehr Vertrauen und Verständnis entgegengebracht wird, als in der Schule
  • Wo ich, ich selbst sein kann
  • wo ich mich austoben kann
  • der nie langweilig wird
  • wo Freundschaften geschlossen werden.

Das MiO wird gefördert durch das BAMF | Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge im Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
durch das Kulturamt und das Amt für Jugend, Familie und Bildung der
Stadt Leipzig.